Freitag, 6. April 2012

Studie: Ökostrom bald billiger als Kohlestrom

Donnerstag, 05. April 2012

Studie belegt MachbarkeitÖkoenergie bald billiger als Kohlestrom

Umweltminister Röttgen sieht sich im Kurs, eine Energiewende hin zu erneuerbaren Ressourcen zu betreiben, bestätigt: Eine Studie zeigt, dass Ökostrom im Jahr 2030 günstiger zu haben sein wird, als aus Kohle gewonnener. Die Experten verdeutlichen aber auch: Ohne Netzausbau und Stromspeicher wird die Wende nicht gelingen.
Energie aus Sonne, Wind oder Biomasse könnte schon in einigen Jahren billiger sein als Kohlestrom. Mehrere deutsche Forschungseinrichtungen kommen in einer umfassenden Studiefür das Bundesumweltministerium zu dem Ergebnis, dass bis 2030 Strom aus Ökoenergien nur noch 7,6 Cent je Kilowattstunde kosten könnte, während die Kosten für Strom aus Steinkohle und Erdgas dann bereits auf bis zu 9,4 Cent steigen könnten. Die Ziele der Regierung von mindestens 35 Prozent Ökostrom bis 2020 dürften übertroffen werden.
In den Szenarien wird von mindestens 40 Prozent ausgegangen. Bis 2050 könnten es bereits rund 85 Prozent sein. Allerdings fehlen bisher die dringend benötigen Stromspeicher, um bei wenig Sonne und Wind die Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Zudem fehlen mehrere tausend Kilometer an neuen Netzen, um Ökostrom von der See und der grünen Wiese zum Verbraucher zu transportieren. Dabei bis 2020 voranzukommen, dürfte über Erfolg oder Misserfolg der Energiewende entscheiden. Auch der Strompreis dürfte in hohem Maße von der Höhe der entsprechenden Investitionen abhängen.

Röttgen liest ein "Weiter so" heraus

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) betonte: "Die Studie bestätigt den Kurs der Bundesregierung, mit der Energiewende das größte Modernisierungs- und Infrastrukturprojekt der kommenden Jahrzehnte gestartet zu haben." Der Einstieg in das Zeitalter erneuerbarer Energien sei richtig und konsequent.
"Kohle, Öl und Gas sind nur begrenzt verfügbar und müssen auch aus Gründen des Klimaschutzes Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien ersetzt werden." Ob andere Länder das deutsche Modell übernehmen, hänge auch davon ab, ob Deutschland die Ziele erfolgreich umsetze. "Die neuen Zahlen zeigen, dass die Energiewende machbar ist", sagte Röttgen.
Die 345 Seiten lange Studie war vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Fraunhofer-Institut Kassel und dem Ingenieurbüro für neue Energien erarbeitet worden. Dabei wurden unterschiedliche Szenarien zum Ausbau der Ökoenergien beleuchtet. Diese orientieren sich an verschiedenen Annahmen zur Entwicklung von Speichern für überschüssigen Ökostrom sowie an den möglichen Fortschritten bei den Stromeinspar- und Klimazielen.
Quelle: n-tv.de, dpa

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